Bestattung aus Sicht der Kirche

Evangelische Kirche

Trauern und doch Hoffen

Schmerz und Trauer treffen jeden, der einen lieben Menschen verloren hat – ganz gleich, ob man ein gläubiger Christ oder ein Zweifler ist, oder beides zugleich.

Aber der Glaube weiß von einer Hoffnung, die wir uns nicht selbst einreden können, sondern die uns geschenkt wird: Du kannst nicht tiefer fallen als nur in Gottes Hand. Ein sanftes Fallen, "alt und lebenssatt" wie es die Bibel umschreibt, ein friedliches Abschied nehmen und dankbares Bewahren - wenn das nur einem jedem gewährt würde!
Der evangelische Glaube nimmt auch ernst, dass der Tod verwunden kann und hilflos macht. Im stärksten Symbol des Glaubens, im Kreuz Jesu Christi, kommen sowohl die Härte des Todes als auch die Hoffnung auf neues Leben zum Ausdruck.
Wenn es aber stimmt, dass die Trauer der Schatten der Liebe ist, dürfen wir uns der Liebe Gottes anvertrauen, die besonders den Verwundeten und Gebrochenen gilt.

Dieser Glaube ist Grundlage aller evangelischen Trauerfeiern.Es hilft ja nicht, wenn man die Leere und Stille einfach überspringen möchte.
Die ersten tastenden Schritte ohne den vertrauten Angehörigen brauchen einen geschützten Raum und Segensquellen, die neue Kraft und Lebensmut geben können. In uralten Psalmen kommen Verzweiflung und Angst zu Wort. Es tut gut, wenn man in Zeiten der Sprachlosigkeit Sätze nachsprechen kann, die genau das ausdrücken, was man selbst empfindet.
In Liedern und Hoffnungsbildern können wir das Vertrauen zurückgewinnen, dass unser Leben nicht sinnlos ist, auch wenn es durch Unglück oder Krankheit in Frage gestellt wird.Traditionelle Formen des Gottesdienstes lassen es zu, dass man betroffen und trostbedürftig sein darf und nehmen damit schon eine Last von der Seele.

In der evangelischen Trauerfeier hat das Biografische einen hohen Stellenwert. Ein Lebenslauf wird im Lichte des Evangeliums betrachtet. Das macht es möglich, für den gemeinsam durchschrittenen Lebensweg zu danken, auch wenn im Moment des Abschieds die Tränen die einzige Form des Dankeschöns sind. Es befreit von dem Druck, dass ein Leben nur nach den Maßstäben von Leistung, Erfolg und Ansehen beurteilt wird, weil das Vertrauen auf Gottes Gnade mehr wiegt. Und es macht Versöhnung mit dem Unvollkommenen und Gescheiterten im Leben möglich.

In der Evangelischen Kirche hat die Seelsorge einen hohen Stellenwert. Deswegen wird in der Regel der Pfarrer die Trauerfeier halten, zu dessen Seelsorgebezirk der oder die Verstorbene gehört hat. Er nimmt sich Zeit zur Vorbereitung der Trauerfeier, zur Aussprache über das, was gewesen ist und zum Ausblick auf Quellen der Hilfe und Kraft. Auch nach der Beerdigung, wenn die Formalitäten erledigt sind, stehen die Seelsorger zur Verfügung.

Bei Interesse lädt die Gemeinde auch zu einer Trauergruppe ein, in der Leid geteilt und Hoffnung bestärkt werden kann.

Für Nachfragen steht Ihnen Pfarrer Michael Gallach zur Verfügung,

Telefon 02152-890962 oder E-Mail: gallach@thomaskirche-kempen.de

 

 

 

 

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